V. Flora und Fauna
"Du wirst einen Führer durch den Dûrenwald brauchen. … Glaubst du nicht? Lass dich von der Sicherheit der ausgebauten Straße nicht in die Irre führen … der Wald ist wild und wartet nur auf einen Fehler … einen unachtsamen Austritt ins Unterholz oder eine optische Täuschung, die dich anzieht, könnte das Letzte sein, was du in deinem Leben wahrnimmst. … Spotte nicht! Du bist nicht in der Lage, das Land zu lesen, wie es die Menschen hier sind. Eine Fähigkeit, die über Leben oder Tod entscheiden kann …"
- ein Zöllner in Freiwalde zu einem Greifenfurter Händler, neuzeitlich
"Das Land gibt uns all das, was wir brauchen … so wir respektvoll damit umgehen! Nicht selten hat sich der Wald einmal einen jener Narren geholt, der der Meinung war, die Gaben der Natur im Überfluss für sich selbst zu nehmen!"
- die junge Hexe Helchtrude aus Mittenwalde
Weidenhag erstreckt sich über zum Teil dicht bewachsene Vorgebirgslandschaft, die von reißenden Flüssen geteilt wird. Im Schatten der Wälder gedeihen Moose, Farne und andere unempfindliche Schattenpflanzen, darunter auch Pilze, Beerensträucher und Heilpflanzen. Auf den zwischen den Waldflächen liegenden hügeligen Heidelandschaften mag man neben den Weidenhager Milchschafen auch eine Vielzahl an Kräutern finden. In den Flüssen finden sich Barsche und Forellen, an denen sich auch Bären gütlich tun. Die hier herrschende Natur ist wild und die Bewohner Weidenhags haben einen schier unerschöpflichen Respekt vor ihrem Umfeld. Bäume werden nur nach Absprache mit den Elfen oder weisen Frauen geschlagen und Tiere nur für den Eigenverbrauch, aber nie zum Überfluss oder Handel gejagt.
V.I. Kleines Herbarium der Baronie
Die Lande der Baronie werden vor allem von großen Waldstücken und hügeligen Heiden dominiert. In den dichten Wäldern finden sich eine Vielzahl verschiedener Bäume. Nadelbäume, wie Tannen und Kiefern mögen dabei zwar das Gro stellen, doch sind diese in beinahe jedem Waldstück mit Weiden, Eichen, Ahorn und Ulmen durchmischt. Zwischen den Riesen des Waldes und dem allgegenwärtigen Efeu vermögen die Waldbeerensträucher Wanderer und Tier zu erfreuen: besonders häufig findet man Him- und Brombeersträucher, sowie auch Hagebutten, Schlehen und Weißdorn. Vereinzelt können sogar Wald-Erdbeeren gefunden werden.
Auch Kräuterkundler kommen auf ihre Kosten. Alraunen und Wirselkraut wird ebenso häufig gefunden wie Brennnesseln und Sauerklee. Auf den Heiden an Wasserläufen findet sich seit einigen Götterläufen auch das gefährliche Libellengras.
Dass Weidenhag gemeinhin auch als von der Lieblichen geküsst gilt, zeigt sich auch in der Pflanzenwelt: so finden sich in der Baronie auch des Öfteren Rosen, Rahjanisbeeren und selten sogar Rahjalieb.
Auf den Feldern und in den Gärten der hiesigen Bauern werden vor allem genügsame Früchte gepflanzt. Hierbei wird vor allem auf Dinkel, Hafer, Roggen und Rüben zurückgegriffen. In den hauseigenen Gärten finden sich Bohnen, Kohl, Erdäpfel oder Erbsen.

V.II. Kleines Bestiarium der Baronie
Die Tierwelt Weidenhags ist ebenso abwechslungsreich und vor allem der jagdbegeisterte Adel erfreut sich an den Horden von Damm- und Rotwild, oder Kleinwild wie Hasen, Dachse und Biber, die vor allem an den Wasserläufen oft zur ärgerlichen Plage werden. Wehrhafte Jagdbeute stellen die hiesigen Schwarzkittel dar, die vor allem in der Brunftzeit und im Frühling, im Beisein der Frischlinge, ein großes Maß an Aggressivität zeigen. Dem Menschen seine Beute streitig machen vor allem Waldwölfe, Bären, die sehr gerne in der Nähe der fischreichen Flüsse hausen, sowie die eher ungefährlichen Füchse, Luchse und Wildkatzen. In den dunklen Wäldern finden sich Populationen von Waldspinnen und Schrötern, die dem Menschen ebenfalls nicht wohlgesinnt sind. Ebenso wenig wie die in marginal auftretende Zahl an Baumdrachen.
Als domestizierte Haustiere hält der Weidenhager vor allem die hiesigen Milchschafe, Ziegen, Hühner und Schweine. Als Nutztiere darüber hinaus auch Ponys, Pferde, sowie Hunde und Katzen.
Die Lüfte der Baronie beherrschen Falken, Uhus, Eulen und Kauze, während Amseln und Drosseln die Luft mit ihrem lieblichen Gesang erfüllen und die Finken den Wanderer in den Wäldern beobachten. Selten verirren sich auch Harpyien und kleinere Drachen aus dem benachbarten Hzgl. Weiden in den Weidenhager Luftraum.
Auch magische Kreaturen finden sich in den weidenhager Landen zuhauf. Hinter jedem größeren Baum oder jeder Stromschnelle wird ein Wurzelbold, Baumgeist oder eine Nymphe vermutet. Die bekannteste darunter ist bestimmt Lorelei, die Herrin des Weißensees. Die Dûren des Dûrenwaldes gelten als Hüter des alten Waldes und verändern des Öfteren sogar ihren Standort. Herr des Wargenforsts ist eine schwarze Wargenkreatur, die von den Weidenhagern respektvoll gefürchtet wird. Ebenfalls im dunklen Wargenforst mag der mutige Wanderer auch den ein oder anderen Biestinger, Sylphen oder die ein oder andere Blütenfee antreffen. Nähert man sich den hochelfischen Ruinen, mag der Unvorsichtige auch die Aufmerksamkeit der Lynciden auf sich ziehen.
In den Ruinen der Höfe der Wargenkuppen geht auch manch ruhelose Seele um, die sich trotz großer Anstrengungen der Kirchen noch nicht austreiben ließen und deren Klagelieder in manch ruhiger Nacht, in welcher das Madamal im Rad steht, über die Land klingen.