III. Handel und Wandel

 

“Für meine Schwester habe ich eine dieser goldigen Holzschnitzereien gekauft, die der nette Mann beim Heiligtum verkauft hat. Die ist echt sehr schön und liebevoll gearbeitet - nicht so wie das Zeug aus der Manufaktur bei uns Zuhause.”
- die Hofdame Sina Artigas, im Gefolge der Herzogengemahlin Concabella von Ehrenstein-Streitzig, bei einem Besuch in Weiden, 1043 BF

III.I. Handel und Dienstleistungen

Die Menschen aus Weidenhag leben vor allem vom Ackerbau, dem Fischfang entlang der Flussläufe Pergel und Dergel, der Viehzucht und dem Holzschlag. Die sogenannten Wargenkuppen um die Flüsse Pergel und Dergel gelten neben den Dergelauen und der Nordhager Tiefebene gar als fruchtbarster Landstrich der Heldentrutz, weswegen es wenig verwundert, dass die dort ansässigen Bauern sich einen (für Trutzer Verhältnisse) ansehnlichen Überschuss an Nahrung erwirtschaften können.
Besonders beliebt ist hierbei die Zucht der Weidenhager Milchschafe, die vor allem durch ihre hohe Fleisch-, Woll- und Milchleistung bestechen. Der zugegebenermaßen bescheidene Handel mit deren Erzeugnissen sichert dem Adel ein doch recht anständiges Auskommen. Hierbei wäre vor allem der über die Grenzen bekannte Brimsen zu nennen - ein gesalzener Frischkäse aus Schafsmilch. Auch die Überschüsse an Erzeugnissen aus deren Wolle stellen eine überregional beliebte Handelsware dar. Es verwundert somit nicht, dass es in der Baronie Weidenhag, vor allem auf den grünen Weiden der Wargenkuppen, mehr Weidenhager Milchschafe als Menschen geben mag.
Den Menschen in Südhag, Mittenwalde und Dûrenbrück ermöglicht der Schlag und die Verarbeitung von Holz ein für Trutzer Verhältnisse gutes Auskommen. Erzeugnisse aus dem Südhager Sägewerk werden von Bauherren zwischen Reichsend und der nördlichen Rommilyser Mark gerne in Anspruch genommen.
Überregionale Bekanntheit haben auch die Jagdwaffen der Baronie erlangt - als Hochburg der Bognerkunst Weidenhags gilt dabei das Dorf Wargentrutz.
In den Dörfern der Baronie findet sich stets auch eine Schenke, meist auch mit Nächtigungsmöglichkeit, da die meisten Siedlungen an wichtigen Wegen liegen. Hier kann sich der Auswärtige von der Weidenhager Gastfreundschaft überzeugen lassen und für einen schmalen Taler annehmbaren Speis und Trank erwerben.
Einen eigenen Markt gibt es innerhalb der Baronie Weidenhag nicht. Hierfür weichen die Handwerker und Bauern der Baronie auf den Markt in Ulmenau aus, der direkt hinter an der Grenze zu Waldleuen liegt und ein größeres Einzugsgebiet bedient. Über den gut frequentierten Hagweg und den Dornstieg ist es den hiesigen Menschen auch möglich, in der Baronie seltene Güter über fahrende Händler und Kiepenkerle zu erstehen. 
Bezahlt werden Dienste und Waren für gewöhnlich mit Dukaten, Silbertaler, Heller und Kreuzer. Nicht selten tauscht man jedoch auch untereinander und/oder begleicht die Schuld in Naturalien.


III.I.I. Bekannte Handwerker und Dienstleister in der Baronie

Innerhalb Weidenhags findet sich der ein oder andere Handwerker, deren Gewerke auch über die Grenzen der Baronie hinaus bekannt sind, auch wenn diese Persönlichkeiten eher rar gesät sind.

Oiodin

bekannter Instrumentenbauer, Dorf Wargentrutz

Der schwarzhaarige Halbelf aus dem Dorf Wargentrutz ist ein weithin bekannter Instrumentenbauer, der einst der Verbindung einer Dörflerin mit einem Elfen entsprang und unter den Menschen des Dorfes so beliebt ist, dass er vom Junker auch zum Dorfschulzen erhoben wurde. Besonders beliebt sind Harfen und Flöten aus seiner Fertigung. Durch das erhöhte Pilgeraufkommen in Wargentrutz und seine Verbindungen zum Tempel der Rahja, mag man seine Instrumente - wenn auch äußerst selten - in ganz Weiden finden.

Siltja Uhleninger

Wirtin der Wegschenke Freiwalde

Die unscheinbare Frau führt seit einigen Jahren die Wegschenke in Freiwalde am Grenzübergang zwischen Weiden und Greifenfurt. Am Hagweg gelegen, hat sie sich in Unterweltkreisen schnell einen Ruf als Schmugglerin und Hehlerin erworben - von Freiwalde aus verbringt die junge, hübsche Blondhaarige allerhand Waren auf Schleichwegen über die Grenze in die Helbrache - und dabei vor allem vorbei an den Zöllnern. Auch schafft Siltja es Dinge zu beschaffen, die man sonst in diesen Breiten nicht so leicht bekommt.

Linnart Holzhauer

überregional bekannter Schreiner, Dorf Südhag

Der großgewachsene rothaarige Mann ist ein weithin bekannter Schreiner und arbeitet hierbei vor allem mit dem Holz aus dem Südhager Sägewerk, welches von seiner Frau Linje geführt wird. Seine Erzeugnisse kann man überall in der praioswärtigen Heldentrutz, Bärwaldes und der firunwärtigen Mark Greifenfurt finden.

Linje Holzhauer

führt das barönliche Sägewerk zu Südhag

Linje führt das Sägewerk Südhags mit harter Hand im Namen der Baronin und hat sich schon sehr früh den Ruf als Schinderin erworben. Die Stimme der klein gewachsenen, braunhaarigen Frau ist anstrengend piepsig und ihr Humor bissig, doch gibt Linje der Erfolg recht - das Werk ist ihr Reich, sie ist unangefochten und die wirtschaftlichen Zahlen sind einwandfrei. Erzeugnisse des Werkes werden über die Grenzen Weidenhags hinaus verkauft.

Walderia Neuhofer

Wirtin des Rosenhügels, Dorf Wargentrutz

Walderia führt mit dem Rosenhügel im Dorf Wargentrutz das wohl bekannteste und beste Etablissement in der Baronie. Die Mittdreißigerin ist durchwegs in - für ihre Herkunft und den Stand - sehr hochwertige Kleider gewandet und trägt ein stetes Lächeln auf ihren Lippen. Die Wirtin ist sehr geschäftig, steht dem Kult Rahjas nahe und hat auch den Handel mit Talismanen und sonstigem Kunsthandwerk in der Hand, die den Pilgern feilgeboten werden.

 

III.II. Recht und Gesetz

In Weidenhag gilt, wie überall im Mittelreich üblich, der Codex Raulis, die Ius Concordia und das Garether Pamphlet. Da 4 von 5 Weidenhagern unfrei sind, wird Recht gemäß der Halsgerichtsbarkeit vor allem von den örtlichen Adeligen gesprochen, auch wenn es sich bei kleineren Vergehen (größere wie Mord, Ehebruch, Brandstiftung oder Verrat obliegen immer dem Halsrecht) auf den Höfen der Wehrsassen eingebürgert hat, dass Urteile innerhalb der Gemeinschaft gefällt und vollstreckt werden. Dies wird von den Baronen geduldet und nur in Ausnahmefällen wird hierbei der Baronshof angerufen, was dann vielerorts als ein Rückschlag für die Gemeinschaft verstanden wird.
Als Strafen werden bei Unfreien und Freien gänzlich Körper- und Schandstrafen angewendet. Diese reichen vom Schandstock und Arbeitsstrafen, über Peitschenhiebe und dem Entfernen von Gliedmaßen bis hin zur Todesstrafe. Einzig bei Adeligen ist der Hausarrest oder die Geldstrafe im Bereich des Möglichen. Kerkerstrafen gibt es keine.
Gerne wird in Weidenhag bei Rechtsstreitigkeiten auch auf das Götterurteil zurückgegriffen. Dies ist bei Ritterinnen und Rittern oft ein Zweikampf bis zum ersten Blut. Sonst ist ein Faustkampf oder sonstiger Wettstreit denkbar. Der Sieger bekommt dabei sein Recht und niemand im Adel würde diesen ´göttlichen Richtspruch´ anzweifeln.