Ingrold und Demuth
Urkenfurt, Nachmittag des 25. Travia 1043
Lyssandra machte sich von der Burg aus auf den Weg in die Siedlung Urkenfurt. Der Nebel hatte sich verzogen, die Praiosscheibe wärmte jedoch kaum mehr, auch wenn sie durch die bereits lichten Wipfel der Laubbäume ungehindert zu Boden fiel. Die Ritterin aus der Scharzen Au wählte dieses Mal den Karrenweg den Burgberg hinunter. Dieser lief sanft in einer großen Kehre den Hang hinunter über Wiesen und Weiden, die offensichtlich zum Land der Burgherrin gehörten. Pferde grasten links des Wegs auf ebenem Grund, Ziegen und Schafe erklommen den Hang, der zur Burgmauer hinausreichte.
Bald schon bekam Lyssandra den erhofften Blick ins Finsterbachtal. Sanft schlängelte sich der Fialgralwa durch die liebreizende urkentrutzer Landschaft. Hügel, Wiesen, Weiden und Auwälder prägten das Bild. Flussaufwärts war der Beginn der Langen Klamm mit ihren bizarren Felsformationen zu erahnen. Der Burg gegenüber mündete der Eberbach in den Fialgralwa. Die Mündung des Baches breitete sich Schilf aus und die wenigen vereinzelten Waldkiefern und schmalen Birken zeigten an, dass der Boden so morastig war, dass die Wurzeln hochaufragender Bäume, wie Erlen und Weiden nicht genug Halt fanden.
Friedlich lag die Siedlung Urkenfurt beiderseits der Brücke im herbstlichen Praiosschein. Aus den Schornsteinen der kleinen Fachwerk- oder Holzhäuschen stieg der Rauch auf. Es roch nach Geräuchertem und Backwerk. Im Ortskern zu Füßen der Burg standen die Häuser dichter und Lyssandra konnte sehen, dass die Urkentrutzer ihrem Tagwerk nachgingen. Unweit ihres Standpunktes, eines Felsvorsprungs, der über die Abbruchkante des Flusstals hinausreichte, befand ein einfaches Bauernhaus. Sicher ein Eigenhöriger der Baronin. Die Ritterin schlenderte am Gatter der Weide entlang, auf der Schafe, Ziegen und sogar zwei Schweine eine Gemeinschaft bildeten und warf neugierig einen Blick in den sorgfältig gestalteten Bauerngarten. Spätherbstliche Astern, einige verblühte Praiosblumen, deren Samen den Vögeln als Nahrung dienten und die letzten, Lauchpflanzen, Kohlköpfe, Rosenkohl- und Grünkohlstauden trotzten den bereits frostigen Nächten.
Auf einer Bank vor dem Haus saß ein alter Mann. Er hatte beide Hände auf dem Bauch übereinandergelegt und beobachtete die Hühner die auf der Wiese vor dem Haus nach Würmern suchten. Da er sie noch nicht bemerkt zu haben schien, rief Lyssandra dem Mann ein fröhliches.
„Travia zum Gruße!“, zu.
Nun sah der Alte überrascht auf. Er blinzelte, schien erkennen zu wollen, ob er die Frau am Zaun kannte. Die Ritterin kam ihm zuvor.
„Mein Name ist Lyssandra von Finsterborn. Ich bewundere den schönen, gepflegten Garten.“
Ächzend machte der alte Mann sich daran aufzustehen. Dazu holte er einen knorrigen Wurzelstock, der neben ihm an der Wand gelehnt hatte und hievte sich mühsam in die Höhe. Die Verbeugung, die er versuchte, ließ erkennen, dass seine Knochen vom Alter schon steif waren.
„Wohlgeboren! Was für eine Überraschung! Welch Glanz am Zaun meiner einfachen Hütte. Eine Finsterbornerin noch dazu!“
Steif und staksig wollte er sich zum Zaun begeben.
„Bemüh dich nicht, guter Mann! Ich komme zu dir auf die Bank, wenn ich darf.“
Sprachs und schob sogleich das quietschende Gartentürchen auf. Die Finsterbornerin ließ sich neben dem Alten auf der Bank nieder.
Mit unverhohlenem Interesse musterte der Alte die im Vergleich junge Frau.
„Ihr seht Eurem Vater sehr ähnlich, Hohe Dame! Den kenne ich nämlich. Eine meiner Töchter hat nach Urken geheiratet und da bin ich Eurem Vater einmal auf einem Dorffest begegnet. Ein stattlicher Mann!“
Lyssandra bedankte sich nickend für das Lob. „Wohnst du ganz alleine hier?“ Wollte sie wissen.
Der Alte seufzte. „Nun, sagen wir so. Meine Enkelin, Wigdis, ist Magd in der Burg. Einer meiner Söhne einer der Stallknechte. Sie schlafen meist auf der Burg. Aber beide kommen mich jeden Tag besuchen und kümmern sich auch um das Vieh und den Garten. Er ist das Werk meiner Enkelin, seit meine Frau von Boron abberufen wurde. Wir sind Eigenhörige der Baronin, hegen und hüten ihr Vieh.“
„Ein ausgesprochen schöner Garten!“, bestätigte die Ritterin. „Eure Enkelin hat wahrhaft einen grünen Daumen. Wie alt ist Wigdis denn?“
„19 Winter ist sie. Ein Bild von einem Mädchen! Blond und schön!“, schwärmte der Alte.
Nachdenklich sah Lyssandra zur Burg hinauf. „Hast du nicht manchmal Angst um sie? Ich meine, da ist doch dieser Kerl, der hübsche, junge Mädchen umbringt. Die Leute nennen ihn überall nur das „Monster von Urkentrutz“.“
Nachdenklich kratzte sich der alte Mann an der faltigen Glatze. „Oh ja, da sprecht ihr eine furchtbare Sache an. Das erste Mädchen, Demuth, war eine Freundin von Wigdis. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, welche Ängste ich ausgestanden habe in der Zeit nach dem Mord. Demuth war oft bei uns. Sie liebte Tiere, konnte stundenlang im Stall und auf den Weiden verbringen. Hat immer geholfen, wenn die Ziegen oder Schafe niedergekommen sind. Sie hat sogar eine Zeitlang gemeinsam mit Wigdis hier gewohnt als eines der Schafe bei der Geburt gestorben ist. Da hat sie sich damals mit meiner Enkelin abgewechselt und alle paar Stundengläser dem Kleinen Milch gegeben. Das war kurz bevor sich das Unglück ereignet hat. Etwa ein Jahr nach dem Mord hat Wigdis begonnen als Magd zu arbeiten.“
Er schüttelte traurig den Kopf. „Was für eine schreckliche Sache. Aber sagt, Wohlgeboren, hat es nicht auch bei Euch in der Schwarzen Au einen Mordfall gegeben? Und in Urken doch auch, nicht wahr? Das Dorf gehört doch ebenfalls zum Lehen Eures Vaters, oder nicht?“
Lyssandra nickte. „Ja, deshalb bin ich übrigens gerade hier in Urkenfurt. Es hat sich nämlich wieder ein Mord in der Schwarzen Au ereignet. Jetzt war vier Jahre lang Ruhe und dann das. Vor ein paar Wochen ist in der Schwarzen Au erneut ein Mädchen ermordet worden. 20 Götterläufe alt. Ich untersuche nun die alten Mordfälle, weil ich hoffe den Mörder dem gerechten Urteil des Götterfürsten zuzuführen. Hast du einen Verdacht? Gab es damals einen Hinweis?“
Der alte Mann schüttelte den Kopf. „Ritter Ludopoldt hat damals auch nach dem Mörder gesucht. Er hat auch Wigdis und mich befragt, aber wir konnten ihm nichts sagen. Wahrscheinlich war es niemand aus Urkenfurt, denn sonst hätte er ja wieder hier zugeschlagen und nicht in der Schwarzen Au, oder?“
Die Ritterin nickte. „Das ist wohl wahr. Wo leben denn die Eltern von Demuth? Ich würde ihnen gerne einen Besuch abstatten.“
„Die wohnen im Dorf. Wenn Ihr Euch am Marktplatz dem Steilhang zuwendet ist es das letzte Haus vor der Felswand. Ein schmaler Trampelpfad geht aber auch vor dem Dorf schon am Steilhang entlang. Aber den muss man kennen. Ich weiß nicht, ob Ihr den findet.“
Der Alte deutete mit dem Finger in die Ferne. Wirklich hilfreich war das natürlich nicht.
Lyssandra bedankte sich dennoch artig. „Dann will ich mal sehen, ob ich den Pfad finde. Wenn nicht frage ich mich einfach durch. Habt Dank, guter Mann!“
Sie stand auf und wandte sich zum Gehen. Ganz beiläufig fragte sie noch nach dem Baronet. „Sag noch, der Baronet muss doch etwa gleichalt wie deine Enkelin sein? Dann hat er Demuth sicher auch gekannt, oder?“
Zu ihr aufblickend nickte der alte Mann. „Natürlich. Der war sogar oft auf den Weiden und Koppeln. Der arme Tropf liebte Tiere. Bei Menschen war er sehr scheu. Er sprach so gut wie gar nicht. Saß oder stand meist nur irgendwo und beobachtete die Tiere. Das hatte er mit Demuth gemeinsam. Nicht selten saßen sie gemeinsam irgendwo und sahen den Pferden oder den spielenden Zicklein zu. Auch Demuth hat nicht viel gesprochen. Was aus dem wohl geworden ist? Meine Enkelin sagte mir, dass die Baronin ihn in einen Tempel außerhalb von Urkentrutz gebracht hat. Wenn Ihr mich fragt, war es ihr peinlich, dass er so ein komischer Kauz war.“
Lyssandra nickte nachdenklich. Dann bedankte sie sich noch einmal. „Ja, es ist schon tragisch. Nun muss ich aber weiter. Boron möge dir noch viele gesunde Tage schenken.“
Sie schlenderte den Karrenweg weiter. Zunächst verlief der Weg etwas von der Burg weg, um dann nach einer Haarnadelkurve wieder auf die Burg und das Dorf zu ihren Füßen zuzuführen. Der Hang war beidseits des Wegs mit Bäumen bestanden. Sie hielt auf die nächste Kehre zu. Im Scheitelpunkt der Kehre zweigte ein schmaler Trampelpfad ab, der tatsächlich in den Wald unterhalb der steilen Felswand führte. Lyssandra konnte nicht weit genug sehen, um sicher zu sein, dass es der Pfad war, von dem der Alte gesprochen hatte, ließ es aber darauf ankommen und setzte ihren Fuß auf den Weg. Über festgetretenen Waldboden schlängelte sich der Pfad abwärts. An manchen Stellen bildeten die Wurzeln Stufen über die man abwärts klettern konnte.
Bald kamen die ersten Häuser zwischen den Bäumen in Sicht. Der Weg gabelte sich. Nach links ging es ins Dorf, nach rechts leicht aufwärts. Lyssandra konnte die Steilwand erkennen und vermutete, dass der Weg entlang des Burgbergs hinaufführte.
Das erste Haus war ein einfaches Fachwerkhaus, das man in den Hang hineingebaut hatte. Die Finsterbornerin näherte sich von der Rückseite, in die kein einziges Fenster einlassen war. Der Trampelpfad umrundete das Haus auf der rechten Seite. Hier öffnete sich der Blick auf das gesamte Dorf. Entlang des Hangs zwischen dem lichten Bergwald standen einzelne Fachwerkgebäude weitläufig verteilt, wie das der Eltern der bemitleidenswerten Demuth. Alle hatten kleine Tierpferche und die meisten kleine Ställe für Federvieh oder Kaninchen, selten ein paar Schafe oder Ziegen. Wo immer Platz war, hatten die Menschen Gemüse- und Kräutergärten angelegt.
Auch am einfachen Haus der Familie des ersten Mordopfers hatte man einen Stall für Kaninchen angebaut und vor dem Haus war ein abgeerntetes Gemüsebeet zu erkennen. Im Untergeschoß befand sich eine Holztür und ein kleines Fenster mit Holzläden. Darüber befand sich das Obergeschoss, das sie bereits von der Hangseite gesehen hatte. Auch hier war ein kleines Fenster in die von einem spitzen Giebel überdeckte Fassade eingelassen. Wie fast alle Häuser in Urkenfurt verfügte auch dieses Fachwerkhaus über ein Reetdach.
Lyssandra klopfte an die Tür. Wenig später öffnete ihr eine Frau, deren Wangen gerötet wirkten und der trotz der herbstlichen Kühle die Schweißtropfen auf der Stirn standen. Sie sah die Ritterin irritiert an. „Ja?“, fragte sie etwa ungehalten.
Die Finsterbornerin beeilte sich zu erklären wer sie sei und warum sie die Familie aufsuchte. Der musternde Blick der Frau glitt an der einfachen Reitkleidung ihres Gegenübers hinunter. Einzig wohl das edle Material und die Verarbeitung der blauen Tunika mit hellen Borten an den Hals und Ärmelausschnitten ließen den Stand erahnen.
„Darf ich hereinkommen?“, fragte sie vorsichtig.
Die Frau seufzte. „Aber natürlich, Wohlgeboren. Tretet in mein bescheidenes Heim. Entschuldigt bitte meinen Aufzug, ich knete den Teig für das Brot. Heute ist der Dorfofen eingeschürt. Wir backen gemeinsam Brot.“
Sie gab den Weg frei. Der Raum im Erdgeschoß enthielt ein paar Vorratsgefäße, Geräte und andere Alltagsutensilien. Über eine schmale Holztreppe ging es nach oben in die Stube. Dort räumte die Frau schnell ein paar Sachen weg und wedelte mit einem Tuch den Mehlstaub von dem einfachen Hocker, den sie ihrem Gast zum Sitzen anbot.
Auf dem Holztisch lag der Teig auf einem bemehlten Brett. In einer Kanne daneben befand sich offenbar Wasser.
„Ich kann Euch gar nichts zum Trinken anbieten, Wohlgeboren. Nur ein wenig Wasser ist im Haus.“
Die etwa 40 Winter zählende Frau hatte ihr Haar mit einer Haube bedeckt. Eine mehlbestäubte Schürze bedeckte einen einfachen naturfarbenen Rock, die Bluse darüber hatte sie bis zu den Ellbogen hochgerollt. Sie war mit Flecken übersät.
Lyssandra lächelte. „Ich brauche nichts zu trinken, gute Frau, ich möchte nur mit dir sprechen. Setz dich doch zu mir. Wie heißt du?“
Nun ließ sich die Frau auf einem anderen Hocker nieder und sah die Ritterin fragend an.
„Mein Name ist Sumunelda. Ihr interessiert Euch also für meine arme Demuth? So lange Zeit nach ihrem Tod? Darf ich fragen, warum?“
Nun holte die Ritterin aus der Schwarzen Au aus, erzählte von den Morden in der Nähe ihres Familiengutes und davon, dass sie selbst zwei Töchter und einen Sohn hatte. Sumunelda nickte. Wie sie so dasaß konnte man ihren Kummer schon an der Haltung erkennen. Der Rücken gebeugt, die Schultern von vorne fallend, bot sie den Anblick einer von Gram gebeugten Frau.
„Demuth war meine zweite Tochter. Ihre ältere Schwester ist letzten Firun den Traviabund eingegangen. Einen kleinen Sohn von 8 Jahren habe ich noch. Der ist gerade bei seiner Großmutter. Sie lebt gleich nebenan.“
Nun war es als habe sich ein Ventil geöffnet. Plötzlich sprudelte es nur so aus Sumunelda hervor.
„Sie war anders als die anderen Kinder. Still, verschlossen, hatte nur Interesse an den Tieren. Wenn sie nicht bei den Kaninchen war, saß sie oft einfach irgendwo und hat vor sich hingestarrt.“
Einfühlsam gab Lyssandra der Frau zu verstehen, dass sie Verständnis für sie hatte.
„Hatte sie denn keine Freunde?“, fragte die Finsterbornerin.
„Oh doch, sie hatte Freunde. Vor allem war da Wigdis. Ein sehr nettes Mädchen, deren Eltern und Großeltern Eigenhörige sind, wie wir. Aber sie kümmern sich um einen Teil des Viehs der Baronin auf einer Hofstelle außerhalb von Urkenfurt, und der Großvater von Wigdis lebt auf dem kleinen Hof nahe der Burg. Naja, der Großvater kann das körperlich schon nicht mehr so gut und so macht nach dem Tod der Großmutter die Enkelin die meiste Arbeit am Hof. Deshalb hat Wigdis viel Zeit beim Großvater verbracht und weil die Arbeit eben doch sehr anstrengend war und Demuth die Tiere so liebte, haben sie oft gemeinsam die Tiere versorgt und Haus und Garten in Schuss gehalten. Einige Zeit hat Demuth sogar dort gewohnt, weil sie mit Wigdis ein Lämmchen großgezogen hat, dessen Mutter bei der Geburt starb.“
Sie starrte vor sich hin. Man konnte sehen, dass die Erinnerungen die Frau überwältigten. Lyssandra streckte die Hand aus und legte sie auf die Hände der Eigenhörigen, die sich im Schoß der Frau ineinander verkrampft hatten.
„Sag, den Baronet kannte sie doch auch, nicht wahr? Der muss doch im gleichen Alter gewesen sein?“
Sumunelda wurde rot. Dann nickte sie. „Aber erzählt das bitte nicht der Baronin! Die wusste meist gar nicht wo der arme Tropf sich herumgetrieben hat. Und schon gar nicht, dass er, wenn er mal wieder ausgebüxt ist, die Zeit gerne mit Demuth verbrachte. Die beiden verstanden sich gut. Er war ebenso schweigsam und eigenbrötlerisch wie meine Tochter. Und mindestens so tierlieb wie sie. Da hatten sie einiges gemein. Sie konnten stundenlang dasitzen und die Welt betrachten oder die Vögel und Kaninchen füttern. Ihr Tod hat ihn unglaublich verstört und getroffen. Ich habe ihn von da an nie mehr hier gesehen. Wohl ist er noch ein paar Mal abgehauen, jedenfalls hat Wigdis mir das erzählt, die doch inzwischen Magd auf der Burg ist, aber bei uns ist er nicht mehr aufgetaucht. Wigdis ist ein liebes Mädchen, sie besucht uns ab und an. Am 1. Boron geht sie immer mit mir zum dorfeigenen Boronanger um für Demuths Seele zu beten.“
Nun rollten die Tränen, leise, ohne einen weiteren Ton von sich zu geben, ließ Sumunelda ihrem Kummer freien Lauf. Lyssandra verstärkte den Griff um die Hand der Frau. Nach einer Weile ebbte der Tränenstrom ab. Die Ritterin streckte ihre Hand nach einem Becher aus, der auf dem Tisch stand, goss der Eigenhörigen aus der Kanne Wasser ein und reichte ihn ihr. „Hier trink!“
Sie wartete ab, bis sich Sumunelda etwas gefangen hatte, dann fragte sie direkt nach dem Mord. „Wie ist das damals geschehen? Kannst du dich erinnern?“
Die Frau nickte. „Es war der 8. Phex und ziemlich kalt. Schnee lag auch, wenn auch Altschnee. Sie wollte Wigdis ein Stück begleiten, die auf dem Weg zu ihren Eltern war. Die Mädchen haben sich getrennt, als die Hofstelle der Eltern schon in Sicht war. So hat es Wigdis gesagt. Dann ist Demuth wieder nach Hause gelaufen. Jedenfalls wollte sie dies. Auf dem Weg zurück muss ihr der Mörder begegnet sein.“
„War es tagsüber? Oder schon in der Dämmerung? Und du sagtest, dass Schnee lag. Hat der Mörder Spuren im Schnee hinterlassen?“ Nun wollte es die Finsterbornerin genauer wissen.
Sumunelda bestätigte, dass es tagsüber, genauer gesagt am Nachmittag war. Als Demuth in der Dämmerung nicht zurück war, hatten sie und der Vater mit der Suche begonnen. Da sie wussten wohin Demuth gelaufen war, machten sie sich gleich dort auf die Suche. Beim Hinweg fanden sie nichts. Als aber Wigdis beteuerte, dass Demuth nicht mit ins Haus gekommen war, sondern sogleich zurückgegangen war, suchten sie auf dem Heimweg alles noch einmal ab. Im Schein der Lampe, die ihnen die Eltern von Wigdis, die sich auch an der Suche beteiligt hatte, gegeben hatten, fanden sie ihre Tochter am Waldrand etwas abseits des Weges. Sumunelda berichtete, dass Demuth Würgemale am Hals und Abschürfungen im Gesicht und an den Händen gehabt hatte. Es sah so aus als wenn sie sich gewehrt hatte. Über Spuren konnte sie nichts sagen, denn zu dem Zeitpunkt, wo sie Demuth gefunden hatten, war es bereits dunkel gewesen und im Gegensatz zu Ritter Ludopoldt, der ein paar Tage später den Fundort angesehen hatte, war Sumunelda nicht wieder zu dem Ort zurückgekehrt wo ihre Tochter den Tod gefunden hatte.
Lyssandra machte nickte. „Hat denn außer Ritter Ludopoldt noch jemand den Tatort bei Tageslicht gesehen? Dein Gemahl vielleicht?“
Sie dachte nach. „Nun, mein Mann hat den Ritter hingeführt. Aber ich glaube, das war erst zwei oder drei Tage danach. Aber Ihr könnt ihn fragen, er ist gerade auf einem der Felder der Baronin.“
Die Ritterin der Schwarzen Au ließ sich beschreiben wo sie den Mann finden konnte, der auf den Namen Brun hörte. Dann versicherte sie Sumunelda noch einmal ihr tiefstes Mitgefühl und versprach nicht zu ruhen bis der Mörder dingfest gemacht sei.
Nach dem Besuch bei der Familie des getöteten Mädchens schlenderte Lyssandra durch den Ort. Sie sprach verschiedene Leute an, die sie auf den Gassen oder dem Marktplatz traf und verwickelte sie in ein Gespräch. So sammelte sie Informationen. Viel mehr, als das, was sie von Demuths Mutter erfahren hatte, kam nicht an neuen Informationen dazu. Und so entschied sich die Finsterbornerin an diesem Tag nur noch den Vater aufzusuchen.
Sie fand ihn gemeinsam mit anderen Eigenhörigen beim Ausbessern einer Scheune, in der Stroh und Heu für die Tiere lagerten. Eine schwarze Katze kam ihr entgegen, wohl genährt von den Mäusen, die es offenbar im Stroh zur Genüge gab. Sie umstrich Lyssandras Beine und hob das Köpfchen um gestreichelt zu werden. Das tat die Finsterbornerin auch, während zwei Männer auf sie zukamen. Eine kurze Frage klärte, welcher von ihnen Demuths Vater Brun war. Als die beiden hörten, worum es ging, verabschiedete sich der zweite Mann und ließ Lyssandra mit Brun alleine.
Die Ritterin aus der Schwarzen Au fasste zusammen was sie über Demuths Ermordung inzwischen wusste und fragte den Vater ob er etwas zu ergänzen habe. Brun dachte nach und als nichts Neues kam, fragte Lyssandra direkt nach Spuren im Schnee und ob ihm vielleicht Spuren besonders großer Füße aufgefallen waren. Wieder dachte Demuths Vater nach. Dann sagte er, dass der Grund am Waldrand gar keine so dichte Schneeschicht aufgewiesen habe und dass er durch die Suche nach Demuth, an der ja vier Personen beteiligt waren auch schon einiges an Fußspuren in den Schneeresten zu finden war.
Lyssandra versuchte ihre Enttäuschung zu verbergen und bedankte sich. Auch ihm, der eher resigniert wirkte und sich offenbar wenig von den neuerlichen Untersuchungen versprach, versicherte die Finsterbornerin alles nur Mögliche zu tun, um den Mörder seiner Tochter zu finden. Dann machte sie sich auf den Weg zurück zum „Brückenwirt“. Der Nebel begann sich erneut über die Wiesen und den Fluss zu legen. Noch waren es vereinzelte wattige Schwaden, doch alsbald würde es kalt und dunkel werden. Da verbrachte sie den Abend doch lieber am offenen Feuer bei einem deftigen Eintopfgericht.
Am kommenden Morgen sattelte die Finsterbornerin ihre Stute „Dardanella“ und machte sich auf den Weg zu den Eltern von Wigdis um diese noch einmal nach ihren Erinnerungen an den Mord zu befragen. Wie schon am Vortag lag der Nebel am Vormittag noch dicht über dem Tal des Fialgralwas. Es war feucht und kühl. Lyssandra hatte sich deshalb ein wärmendes Wams über das Hemd gezogen, die Reiterbruche steckte in den hohen Stiefeln. Ein wollener Umhang sollte sie einigermaßen warm halten.
Im Dorf erwachte so langsam das Leben. Man hörte das Geplapper der Frauen, die Wäsche zum Fluss trugen um sie dort zu waschen. Lyssandra lenkte ihr Ross auf den einfachen Weg, der Urkenfurt in Richtung Natternhag und letztlich dem Rhodenstein verließ. Schon kurz hinter dem Ort begann sich links des Weges entlang des Flusses ein Auenwald auszubreiten und schon bald entdeckte die Ritterin auch den Fußweg, den ihr Demuths Vater genannt hatte. Er führte über ein paar Meilen am Waldrand entlang zu ein paar verstreuten Hofstellen die die Baronin einigen Eigenhörigen überlassen hatte um dort ihr Vieh zu weiden und Feldfrüchte anzubauen.
Der Weg machte einen Bogen um eine Hofstelle um dann dem Auwald wieder recht nahe zu kommen. Hier musste den Beschreibungen nach Demuths Leiche gelegen haben. Lyssandra hielt ihr Pferd an und sprach still ein Gebet an Boron in der Hoffnung, dass Golgari ihre Seele sicher übers Nirgendmeer getragen habe.
Dann setzte sie den Weg fort. Etwa zwei Meilen Weg waren es noch ehe die Hofstelle der Familie von Wigdis auftauchte. Ein Trampelpfad führte zum Hof.
Zwei Fachwerkgebäude in L-Form bildeten das Hofensemble. Weiden, Felder und ein Kräuter- und Gemüsegarten umgaben den Hof. Auf der Weide grasten 2 Kühe und 2 Jungrinder.
Lyssandra zügelte ihre Warunkerstute Dardanella und hielt an. Als sie das rechte Bein über die Kruppe der Fuchsstute schwang, erschien eine Frau in der Tür des Hofes. Sie wirkte überrascht über den unerwarteten Besuch.
„Hohe Dame“, stammelte sie. „Wie kann ich Euch helfen?“
Die Finsterbornerin trug eine lederne Reiterbruche, eine langärmlige Tunika, in den Farben Weiß und Blau mit ledernen Unterarmschützern. Eine weiße Gugel sollte Hals und Kopf, ein schwarzer, wollener Reiterumhang den Köper vor der Kälte schützen. Sie war mit ihrem Langschwert gegürtet und hatte auch den Dolch am Gürtel.
Von Sumunelda und ihrem Mann Brun wusste Lyssandra, dass die Eltern von Wigdis Jann und Permine hießen.
„Travia zum Gruße! Bist du Permine?“, fragte sie. „Mein Name ist Lyssandra von Finsterborn, ich bin die älteste Tochter des Junkers von Gut Schwarze Au.“
Die kleine, runde Frau, deren winzige, rote Löckchen dem ohnehin schon apfelförmigen Kopf einen noch runderen Eindruck verliehen, nickte irritiert.
„Die bin ich. Was verschafft mir die Ehre, Wohlgeboren?“
„Ist dein Mann auch zuhause, Permine? Ich würde gerne mit euch beiden sprechen.“
Lyssandra suchte nach einer Möglichkeit ihre Stute anzubinden. In der Zwischenzeit rief Permine laut nach ihrem Mann. Er trat wenig später aus der Stalltür, die Mistgabel noch in der Hand.
„Was is´n los, Mienchen?“
Als er die Ritterin erblickte, verstummte er schlagartig und verbeugte sich.
„Entschuldigt, Wohlgeboren! Travia zum Gruße! Ich werde sogleich euer Ross versorgen.“
Die Finsterbornerin nickte dankend und drückte ihm die Zügel in die Hand.
„Wenn es euch recht ist, würde ich mich gerne ein wenig unterhalten. Ich suche den Mörder der armen Demuth und dreier weiterer Mädchen.“
Die Mienen der beiden Eigenhörigen verrieten, dass sie sogleich wussten, worum es ging. Permine nickte. „Tretet doch bitte ein, Wohlgeboren!“
Sie öffnete die Tür zu dem Wohntrakt des Hofes. Das Gebäude war tadellos intakt, der Kalkputz schien gerade erneuert worden zu sein. Gleich rechts des Eingangs, der in einen Gang mündete, von dem aus eine hölzerne Treppe ins Obergeschoss hinaufführte, war die Tür zur guten Stube. Einfach eingerichtet, mit einer Feuerstelle in einer der Ecken und einer Eckbank mit einfachem Holztisch und zwei Stühlen in der anderen Ecke.
„Nehmt Platz, Wohlgeboren!“ Permine bot Lyssandra einen der Stühle an und lief zur Feuerstelle um warmes Wasser aus dem Kessel darüber in einen Krug zu schöpfen, in den sie zuvor eine Hand voll Kräuter geworfen hatte. Bald stellte sie diesen mit drei Bechern auf den Tisch. Als ihr Mann erschien brachte sie auch noch einen Tonbehälter in dem sie Haferkekse aufbewahrte.
Brun ließ sich auf der Holzbank gegenüber der Ritterin nieder und rutschte dann weiter, damit seine Frau sich neben ihn setzen konnte.
„Ihr untersucht also erneut den Mord an Demuth, Hohe Dame? Und auch die anderen Morde?“
Permine fiel mit ein. „Es hat erneut einen Mord gegeben, nicht wahr? Ich habe es gehört, man munkelt, dass das Monster von Urkenfurt zurück ist!“
Sie klang sehr besorgt.
Lyssandra verzog das Gesicht. „Ich höre diesen Ausdruck nicht gerne. Wir wissen ja noch nicht, wer hinter diesen Taten steckt, doch gibt es einige Gemeinsamkeiten, sodass wir davon ausgehen, dass es sich um ein und denselben Täter handelt. Und gerade um diese Gemeinsamkeiten herauszufinden und so viele Details wie möglich zu sammeln bin ich hier. Ich habe schon mit deinem Vater gesprochen, Permine und mit den Eltern von Demuth. Der Vater erzählte mir, dass Demuth Wigdis an diesem Tag zu euch begleitete und dann auf dem Heimweg wohl ihrem Mörder begegnete. Hier war sie nicht an diesem Tag, oder?“
Permine schüttelte den Kopf. „Aber Brun hat sie von der Weide aus gesehen, nicht wahr?“
Der Mann mit den kurzen, blonden Stoppelhaaren nickte. „Ich habe ihr noch zugewinkt, dann hat sie umgedreht und ist zurück in Richtung Urkenfurt. Wigdis kam dann gleich zu mir gelaufen.“
Die Finsterbornerin hörte aufmerksam zu und nahm sich einen Keks. „Als Demuths Eltern sie suchen kamen war es schon dunkel, nicht wahr?“
Wieder nickte Brun. „Es wurde gerade dunkel. Wir nahmen die Stalllampe und ein paar Fackeln und gingen sie suchen.“
„Was könnt ihr mir über Spuren erzählen? Wie sah der Tatort aus? Ihr habe ihn doch sicher auch noch einmal bei Tageslicht gesehen, oder nicht?“ Nun wollte es die Ritterin aus der Schwarzen Au ganz genau wissen.
Brun kratzte sich am Kopf und sah seine Frau fragend an.
„Nun, es war ja Winter, alles hart gefroren. Kein frischer Neuschnee, sondern alter, firniger Schnee am Waldrand und eine festgetretene Schneedecke auf dem Weg. Demuth lag mit dem Kopf in Richtung Wald, die Beine zum Weg hin zeigend, etwa 10 bis 15 Schritt vom Weg entfernt. Es war offensichtlich, dass sie erwürgt worden war. Dunkel unterlaufene Würgemale und Kratzer im Gesicht und auch an den Händen. Sie hatte sich gewehrt.“
Der Eigenhörige schüttelte den Kopf. Verzweiflung und Abscheu waren aus seinen Gesichtszügen zu lesen.
„Sie hatte irgendwie einen überraschten Gesichtsausdruck, finde ich“, sagte Permine leise. „Fast als könne sie nicht glauben, dass ihr jemand das antut.“
Brun wurde wütend. „Was für ein abscheulicher Unhold das sein muss! Gräßlich! Der gehört im Fialgralwa ersäuft!“
Lyssandra pflichtete den beiden bei, dass die Taten abscheulich waren. Sie trank einen Schluck Tee und nahm noch einen der sehr knusprigen Haferkekse. Dann hakte sie nach. „Habt ihr in den Tagen vor oder nach dem Mord unbekannte Männer in der Gegend gesehen? Jemanden, der sich auffällig verhalten hat? Von anderen Fundorten und den Spuren und Zeugenaussagen dort, haben wir den Hinweis bekommen, dass der Täter sehr groß und unschlächtig aussieht, mit langen Armen und Beinen. Er hat wohl auch sehr große Füße. Sagt euch das was?“
Ratlos schüttelten beide den Kopf. Nach einer Weile sagte Permine schließlich. „Das klingt fast ein wenig wie der Baronet, findest du nicht, Brun?“
Der Eigenhörige schüttelte energisch den Kopf. „Permine, sag doch sowas nicht! Ingrold könnte keiner Fliege etwas zu Leide tun!“
„Nein, nein, das wollte ich damit auch gar nicht sagen!“, beeilte sich die Eigenhörige zu versichern. „Vergebt mir, Wohlgeboren, es sollte nicht so klingen als verdächtigte ich ihn, aber die Beschreibung passt recht gut, finde ich.“
Lyssandra horchte auf. „Hat sich der Baronet denn oft hier in der Gegend sehen lassen? Ich dachte, die Baronin hat ihn lieber bei sich auf der Burg gehabt?“
Nun nickte Permine. „Ja, ihr wäre immer lieber gewesen, wenn er auf der Burg blieb. Aber als er älter wurde, hat er sich öfter davongeschlichen. Wigdis hat das immer erzählt und mein Vater auch. Er hat gerne viel Zeit mit den Tieren verbracht – genau wie Demuth und Wigdis. Hier war er auch ein paar Mal. Ich nehme an, dass er den Mädchen nachgelaufen ist, wenn die zu uns kamen. Aber er hat sich nie bis aufs Grundstück getraut, ist immer wieder fortgelaufen, sobald man ihn entdeckt hatte.“
Brun nickte. „Er sprach ja auch kaum ein Wort, soviel ich weiß. Wigdis hat das immer wieder gesagt.“
„Ihr haltet es also für ausgeschlossen, dass er etwas mit der Sache zu tun hat?“ Die Finsterbornerin bohrte nach.
Beide nickten gleichzeitig. „Ne, sicher nicht der Baronet!“
„Habt ihr ihn an diesem Tag oder vielleicht kurz vor dem Mord in der Nähe eurer Hofstelle gesehen?“ Noch immer gab Lyssandra nicht auf. Ihr Verdacht verhärtete sich nämlich.
Brun und Permine dachten angestrengt nach. Dann sagte der Eigenhörige. „Nun, es ist ja auch schon ein paar Götterläufe her… ich kann wirklich nicht mehr sagen, ob er in diesen Tagen hier war, aber dass ich ihn ab und an auf dem Weg oder am Waldrand dabei gesehen habe wie er Eichhörnchen, Rehe oder Kaninchen beobachtete hat, ist sicher. Wahrscheinlich auch in den Tagen rund um den Mord.“
Permine nickte bestätigend, dann runzelte sie die Stirn. „Danach war er nie mehr hier.“ Sie sah ihren Mann an, dann schüttelte sie den Kopf. „Naja, das ist ja auch nicht verwunderlich. Die Baronin hat natürlich dafür gesorgt, dass er sich nicht mehr aus der Burg bewegt, wo es doch so gefährlich war, weil der Mörder ja noch frei herumlief. Und bald darauf hat sie ihn ja mit Mutter Marinad fortgeschickt. Also kein Wunder, dass wir ihn nicht mehr gesehen haben.“
Lyssandra trank ihren Kräutertee aus. „Vielen Dank für eure Hilfe. Ich werde in den kommenden Tagen zurück in die Schwarze Au reiten und mit Ritter Ludopoldt den neuesten Fall untersuchen. Erst vor wenigen Wochen wurde wieder ein Mädchen ermordet. Wir müssen den Täter schnellstmöglich finden!“
Die beiden Eigenhörigen nickten eifrig und Brun beeilte sich dienstfertig der Ritterin in den Mantel zu helfen. „Ich hole Euer Pferd, Wohlgeboren!“
Permine begleitete den hohen Besuch nach draußen. Brun holte Dardanella. Das Ehepaar verabschiedete sich höflich.
Kurz darauf saß Lyssandra erneut im Sattel und ritt zurück nach Urkenfurt. Bedrohlich wiegten sich die Äste der bereits teilweise entlaubten Bäume im Wind. Sie schienen ihre schwarzen Klauen nach der Finsterbornerin auszustrecken, beugten ihre Leiber über den Weg. Einen Augenblick lang hatte Lyssandra das Gefühl, dass der Wald lebendig wurde, dann schüttelte sie energisch den Kopf. Unsinn! Jetzt bilde dir mal nichts ein! Der Boronmond stand vor der Tür, eine unheimliche Zeit, aber kein Grund zu Hirngespinsten!