Als er die Mitte des Raumes erreicht hatte, blieb er stehen, stemmte die Arme in die Hüften und sprach: „Habt dank für den Einlass an diesem unwirtlichen Abend. Travias Segen über euch und euer Heim. Ich bin Farling Schnewlin. “ sagte er an Hainrich gerichtet und nickte ihm knapp zu. Dann wandte er sich um. „Und wo sind die alten und jungen Schnewlins, die mich begrüßen?“ Die alte Fila erhob sich lachend und fiel ihrem Vetter in die Arme. Auch Aerin erhob sich und ging mit dem Säugling auf dem Arm zu ihrem Großonkel. Dieser betrachtete den kleinen Jungen eindringlich. Ganz so, als würde er nach etwas bestimmten suchen. Dann nahm er ihn behutsam in die Hände, hielt ihn vor sich und betrachtete ihn weiter. Dann lachte er hob den kleinen hoch über seinen Kopf „Ifirns Gnade über dich, neuer Schnewlin. Mögest du den Göttern zu gefallen und deiner Familie zum Nutzen leben. Hoho, eine große Zukunft liegt vor dir, dass spüre ich genau.“ Dann gab er das Kind in die Arme seiner Mutter zurück und setzte sich an den großen Tisch. „Ach, die Reise war lang und beschwerlich für einen alten Mann. Mich dürstet und mit knurrt der Magen.“ sagte Firnwan und blickte Hainrich, der bei all dem noch nicht zu Wort gekommen war, auffordernd an.

„Birsel!“, als Hainrich abermals anhob zu sprechen unterbrach ihn sein Weib mit einem lauten Ruf nach ihrer Magd. In die Halle trat ein junges, blondes Mädchen, welches gerade einmal siebzehn Sommer zählte und ob ihres hübschen Gesichtes wohl jeden Mann des Dorfes mit einem bloßen Augenaufschlag um den Finger wickeln könne; ihre grünen Augen blickten schüchtern zum eben eingetroffenen Gast und sie deutete eine Verbeugung an. „Birsel bringe unserem Gast etwas von dem belebenden Kräutertee, etwas Brot und Hartwurst“, fuhr Aerin in gestrengem Ton fort ohne das Mädchen anzublicken. Die junge Magd huschte in die Küche und war bereits außer Hörweite als Hainrich „… und etwas Schnappes …“ hinzufügte – der Ritter hatte sich bereits wütend vom Tisch erhoben und blickte Firnwan ungläubig an – er ballte seine Faust und schob drohend sein Unterkiefer vor. Als sein Blick jedoch den seiner Frau traf setzte er sich mit einem Räuspern wider auf seinen Stuhl. Es war ungeheuerlich, dieser Firnwan sprach mit ihm als wäre er ein Knecht…ein Kn… er rieb wütend mit seinen Zähnen aneinander…dabei war er doch faktisch der Herr über das Tal!

„Nun Ritter Firnwan erklärt Euch, was ist Euer Begehr?“, fragte Hainrich mit rauer Stimme. „Ihr habt den weiten Weg doch nicht ohne einen Grund zurückgelegt?“ Als der Gugelforster, in Erwartung einer Antwort zu seinem Gegenüber blickte, schritt die hübsche Birsel durch die Tür in die Halle und stellte dem Herrn von Firnsteyn eine dampfende Tasse Kräutertee auf den Tisch. Der Tee, welcher aus erlesenen Kräutern der Perainegeweihten Theria hergestellt wurde verfehlte seine Wirkung nicht - der Aufguss war so stark, er hätte sogar einen Lahmenden wider auf die Beine gebracht.

Ohne weiter auf eine Antwort zu warten fuhr Hainrich fort: „Wenn Ihr wollt und Euch erwärmt habt zeige ich Euch das Gut, Ritter, danach könnt Ihr Euch die Waffenübungen der Erwachsenen anschauen. Nach Einbruch der Nacht könnt Ihr mich bei meinem Kontrollgang begleiten, wenn Ihr es wünscht. Bei uns in Pergelgrund ist es üblich, dass die wehrfähigen Mannen und Frauen neben ihrem Handwerk auch Wehr- und Wachdienste erfüllen müssen. Wir kontrollieren dabei jede Nacht den Waldrand auf Auffälligkeiten“, voller Stolz fuhr er fort: „bei einem Überfall der Orken würden alle Bewohner Pergelgrunds zu den Waffen greifen und dem Saupack zeigen, wo seine Grenzen sind.“ Hainrich lehnt sich entspannt in seinen Stuhl, verschränkt seine Arme und blickt erwartungsvoll zu seinem Gegenüber. „Was meint Ihr?“…