Name der Einheit: Saltheler Stadtwache (im Volksmund 'die Elstern')
Wappen: Das Stadtwappen Salthels (folgt)
Art der Einheit: Schweres Fussvolk (wenn als kämpfende Einheit aufgestellt)
Bewaffnung: Hellebarde, Leichte Armbrust, Kurzschwert
Standort: Grafencapitale Salthel, Wachhaus am Stapelplatz, Wachstuben an den beiden Stadttoren
Befehlshaber: Hauptmann Draan Gerys
Stärke: 25 (3 Rotten a 8 Gardisten) 
Erfahrung: Geübt

 

Allgemeines

Aufgrund ihrer schwarz-weißen Uniformen werden die Saltheler Stadtgardisten im Volksmund Elstern genannt. Hinter vorgehaltener Hand schreibt man diesen Namen aber auch ihrer angeblichen Vorliebe für blinkende Dinge zu, wenn es beispielsweise darum geht sie entweder zum Wegschauen zu animieren oder aber zu etwas mehr Eifer anzutreiben. Dabei sind die Ordnungshüter in Salthel nicht wirklich korrupter oder fauler als jene in anderen Städten. Tatsächlich gehen sie ihren Aufgaben grundsätzlich sogar recht gewissenhaft nach, liegt ihnen ihre Heimatstadt doch am Herzen. Doch der Sold ist karg und die Arbeit gefährlich - da muss man sehen, wo man letztlich bleibt.  

Erscheinungsbild / Ausrüstung

Die Gardisten tragen schwarz-weiße Wappenröcke über einfachen Gambesons sowie schwarze Barette mit langen weißen Federn, wobei die Anzahl der Federn Aufschluss über den jeweiligen Rang gibt (drei Federn: Hauptmann, zwei Federn: Weibel, eine Feder: Gardist). Gegen Kälte und Regen hüllen sie sich bei Bedarf zusätzlich in gewachste Wollumhänge. 

Die Bewaffnung besteht aus Kurzschwertern und, je nach Art der Dienstverrichtung, aus Hellebarden oder leichten Armbrüsten.
Daneben gehören Sturmlaternen, eiserne Handfesseln und feste Stiefel zur Ausrüstung der Stadtwache und im Arsenal des Wachhauses werden Brustharnische und Eisenhüte aus gutem Sichelwachter Stahl in ausreichender Anzahl vorgehalten, um jeden Gardisten im Notfall damit ausstatten zu können.

Jeder Gardist führt darüber hinaus stets eine Signalpfeife aus Horn mit sich, mit der er vor Gefahren warnen oder Verstärkung rufen kann. Über ein einfaches System der Länge und Abfolge der schrillen Töne (auch ‚Elsternruf‘ genannt, wobei der Klang keinerlei Ähnlichkeit mit dem charakteristischen Schäckern echter Elstern hat) kann die Art und Dringlichkeit der Situation übermittelt werden. Es ist bei Strafe verboten, die Töne dieser Pfeifen nachzuahmen. Und wird einmal jemand dabei erwischt, wird ihn keine noch so pralle Geldbörse vor der Festnahme und einer ordentlichen Tracht Prügel bewahren. Wenn es um ihre eigene Sicherheit geht, verstehen die Gardisten keinen Spaß.


Aufgaben

Zu den Aufgaben der Gardisten gehört unter anderem die Bewachung der beiden Stadttore sowie der Stadtmauer. Sie kontrollieren, wer Salthel betritt und verlässt, überprüfen eingeführte Waren und verweigern suspekten Elementen auch schon mal den Zugang oder nehmen gefährliche Gegenstände von Ankommenden in Verwahrung. Dabei entscheiden in der Regel die Erfahrung und Motivation der einzelnen Gardisten, wer als suspekt gilt und welcher Gegenstand als gefährlich eingestuft wird. Nicht selten spielt dabei aber auch die Zahlungskraft der Betroffenen eine Rolle.

Daneben unterhält die Stadtwache ein Wachhaus mit angegliedertem Schuldturm am zentral gelegenen Saltheler Stapelplatz. Hier können Anzeigen erstattet, Beschwerden vorgebracht oder Nachbarn angeschwärzt werden. Ein Weibel hört sich die Begehren der Saltheler mit stoischer Ruhe an und notiert alles pflichtgemäß im Wachbuch. Es kommt sogar vor, dass dem ein oder anderen Sachverhalt daraufhin tatsächlich auf den Grund gegangen wird oder – in schwerwiegenden Fällen - beim Hauptmann zum Vortrag kommt. Auch hier kann ein angemessenes Scherflein für eine Beschleunigung der Angelegenheit sorgen.

Außerdem sind die Gardisten für die Bewachung der Insassen des Schuldturms sowie für die Sicherung des Arsenals im Keller des Wachhauses zuständig, wo neben den Waffen der Stadtwache auch die Spieße und Äxte der im Notfall ausgehobenen Bürgerwehr gelagert werden. 

Nicht zuletzt ist das Wachhaus auch der Startpunkt für die regelmäßigen Streifengänge der Gardisten. Um zwielichtiges Gesindel fernzuhalten, werden dabei vor allem der belebte Stapelplatz und der von Tempeln gesäumte Grifiosplatz patrouilliert. Auch in den Straßenzügen im Südosten der Stadt, wo sich die Stadthäuser einiger Sichelwachter Adelsgeschlechter befinden, sind die schwarz-weißen Wappenröcke ein häufiger Anblick. Die Gassen und Hinterhöfe zum Stadtrand hin werden hingegen nur sporadisch bestreift und vom Armenviertel im Nordosten halten sich die Gardisten außer in begründeten Ausnahmefällen gänzlich fern. 

Ermittlungen bei Gesetzesverstößen werden mit eher wechselhaftem Enthusiasmus angegangen. Man ahnt es schon: Häufig entscheidet das Klimpern guten Silbers darüber, wie motiviert die Gardisten sich mit einem Fall beschäftigen – auf die Kompetenz der Ermittler hat dies freilich keinen Einfluss.

 
Struktur

Die Stadtwache untersteht dem Stadtrat und ist Richterin Bergunde Rohregger Rechenschaft schuldig. Hauptmann Draan Gerys stehen für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung drei Rotten zu jeweils acht Gardisten zur Verfügung. Jede Rotte wird von einem erfahrenen Weibel angeführt, der sich um die Erledigung der anfallenden Aufgaben kümmert, den einzelnen Gardisten ihre Aufträge zuweist und die meisten alltäglichen Entscheidungen selbständig trifft ohne den vielbeschäftigten Hauptmann damit zu behelligen.

Von der Öffnung der Stadttore bis zu deren Schließung sind stets zwei Rotten im Dienst. Eine versieht Tor- und Mauerdienst und geht anschließend in die ungeliebte Nachtschicht, während die andere das Wachhaus besetzt, auf den Straßen für Sicherheit sorgt und für besondere Aufgaben herangezogen werden kann. 

Das bedeutet, dass tagsüber kurzfristig bis zu zehn Gardisten mittels des Elsternrufs zusammengetrommelt werden können, wenn beispielsweise eine Schlägerei in einer Schenke beendet werden muss, ein ertappter Taschendieb durch die Gassen verfolgt wird oder einem frechen Söldnertrupp am Tor der Zugang zur Stadt verwehrt werden soll. Dabei bleiben das Wachhaus und die beiden Stadttore stets und ständig mit jeweils mindestens zwei Gardisten besetzt.

Die dritte Rotte genießt währenddessen nach der letzten Nachtschicht einen Ruhetag, kann aber bei Bedarf jederzeit zusätzlich in den Dienst gerufen werden. Auch die monatlich vorgeschrieben Waffenübungen werden in der Regel in diese Freischicht gelegt, die dann allerdings mit eher mäßiger Motivation absolviert werden.

Die Aufgaben wechseln zwischen den drei Rotten täglich.

Das Verhältnis untereinander ist von kameradschaftlicher Konkurrenz geprägt. Natürlich erhebt jeder Weibel den Anspruch, dass seine Truppe die schlagkräftigste, disziplinierteste und kompetenteste ist, wobei sich bei objektiver Betrachtung jedoch kaum ein Unterschied zwischen den Rotten feststellen lässt. Nach außen hin halten die Gardisten allerdings fest zusammen und wenn es mal hart auf hart kommt sowieso. 


Verhältnis zu anderen Ordnungshütern in der Stadt

Neben der Stadtwache versehen vier Büttel in Salthel ihren Dienst (zu erkennen an ihren schwarz-weißen Schärpen mit dem Stadtwappen und den fast mannslangen Amtsstäben), die nicht Hauptmann Gerys unterstehen, sondern unmittelbar Richterin Rohregger und daher auch im Rathaus untergebracht sind. Sie sind vorrangig für die Einhaltung der Verordnungen des Stadtrates zuständig, sorgen also für die Durchsetzung des Stapelrechts, ziehen Abgaben ein und überprüfen beispielsweise Vorkehrungen zum Brandschutz. Außerdem können sie kleinere Bußgelder verhängen und schlichten bei geringfügigen Streitigkeiten zwischen Bürgern direkt vor Ort, ohne dass das hohe Gericht damit belästigt werden müsste. Dazu sind sie mit weitreichenderen Befugnissen und Entscheidungsvollmachten ausgestattet als die Stadtwache. Zur Unterstützung ziehen sie jedoch mitunter gerne die robuster auftretenden Gardisten hinzu, was hin und wieder zu Animositäten führt, weil dadurch andere Arbeit liegen bleibt.

Das Verhältnis zu einer weiteren unter Waffen stehenden Truppe in Salthel ist ungleich schwieriger. Am Rand des Armenviertels unterhält die Sichelgarde eine Baracke für eines ihrer Banner, den ‚Salthelsaaren‘, von wo die Soldaten zu ihren mehrtägigen Patrouillen auf dem Sieben-Baronien-Weg oder dem Sichelstieg aufbrechen. Die Einsätze sind entbehrungsreich und gefährlich und so nutzen die Sichelgardisten die spärliche dienstfreie Zeit in der Stadt, um sich zu amüsieren und schlagen dabei auch mal über die Stränge, wobei sie dann naturgemäß mit den Elstern aneinandergeraten. Dass die Soldaten – außer bei Kapitaldelikten - nicht der Gerichtsbarkeit des Stadtrates unterstehen, sondern stattdessen an ihre Offiziere übergeben werden müssen, die dann über die Verfehlungen urteilen, macht es nicht einfacher. 

Was denkt … über die Stadtgardisten

ein Stadtbüttel: „Nützlich sind sie ja schon. Sind halt da für’s Grobe, denn was ihre rechtlichen Kenntnisse angeht, ist da noch deutlich Luft nach oben.“

ein Sichelgardist: „Möchtegerns. Hier in der Sicherheit der Stadtmauern haben sie ne große Fresse. Will mal sehen, wie die sich in der Sichel gegen richtige Gegner schlagen würden.“

ein Saltheler Bürger: „Wenn man mal einen braucht, ist meist keiner da. Aber für ein kleines Trinkgeld, sind sie schon recht tüchtig. Und um ihre schmucken Uniformen beneidet man uns sogar in Trallop.“

ein Bewohner des Armenviertels: „Von denen ist nichts Gutes zu erwarten. Aber beschweren lohnt sich nicht. Eine Elster hackt der anderen schließlich kein Auge aus. Zum Glück trauen die sich hier zu uns meist gar nicht erst her.“


Was denken die Stadtgardisten über …

… die Stadtbüttel: „Die Tintenkleckser. Wissen alles besser und glauben, dass wir ihre Dienstboten wären. Aber wenn’s knallt, sind sie froh, wenn wir da sind.“

… die Sichelgardisten: „Machen nichts als Ärger, wenn sie in Rudeln in die Schenken einfallen und sich besaufen. Und wenn wir sie dann einkassieren, ist das Geheule groß. Wie dieser Haufen da draußen für Sicherheit sorgen soll, ist mir ein Rätsel.“

… die Saltheler Bürger: „Wir sind da, damit sie in Ruhe und Frieden leben können. Das ist unsere Devise. Aber ganz ehrlich, ohne sie hätten wir etwas mehr Ruhe und Frieden. Immer dieses Genöle.“

… das Armenviertel: „Das Gesocks. Da stecken wir uns nicht rein. Man weiß ja: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“

… Abenteurer: „Suspekt! Wenn’s nach mir ginge, würde ich die überhaupt nicht in die Stadt lassen. Haben aber halt häufig silbrig klingende Argumente, die man nicht ignorieren kann. Trotzdem behalten wir ein wachsames Auge auf solche Streuner.“


Einige ausgewählte Elstern

Gundel Kalkbier: Gewissenhafte und bemühte Weibelin, die allerdings ein wenig einfach gestrickt ist und es zuweilen an Vorstellungskraft und Initiative mangeln lässt. Daher klammert sie sich an Vorschriften und Regeln, was bei den einfachen Gardisten nicht immer gut ankommt. Dabei ist sie eine gute Seele und will eigentlich nur alle zufriedenstellen, woran sie jedoch regelmäßig scheitert. 

Borkfried Langenhelmer: Väterlicher Weibel, der wohl schon zu viel gesehen hat und in jedem Schatten einen Hinterhalt, hinter jeder Ecke einen Angriff vermutet. Er ist sehr darauf bedacht, dass seine Leute regelmäßig die Waffenübungen absolvieren und ihre Ausrüstung in Schuss halten. Berüchtigt sind seine überfallartigen Inspektionen und wehe, wenn eine Schwertscheide nicht ausreichend gefettet ist oder eine Hellebarde während der Torwache außerhalb der Reichweite abgestellt wurde. Trotzdem genießt er bei den Gardisten hohen Respekt, da er nur ihr Bestes will.

Kina Bäringer: Junge fröhliche und pfiffige Gardistin, die sich vom berufsbedingten Zynismus ihrer Kameraden nicht anstecken lässt. An ihr scheitern die älteren Gardisten zuverlässig, wenn sie mal wieder versuchen, ihr zu verdeutlichen wie hart und kalt die Wirklichkeit in den Gassen Salthels doch sei. Dass Kina mit ihrer aufgeschlossenen Art durchaus erstaunliche Arbeitsergebnisse aufzuweisen hat, kann sich niemand wirklich erklären.

Uribert Rossendöpfel: Breitgebauter Gardist, der seinen Dienst ohne größere Ambitionen abreißt. Seine Vorgesetzten schätzen ihn als ‚guten Soldaten‘, den man stundenlang, auch bei strömendem Regen, zur Bewachung eines Steins einteilen kann, ohne dass er sich beschwert. Mit anspruchsvolleren Aufgaben tut er sich zugegebenermaßen auch deutlich schwerer. Eine gewisse Bauernschläue kann man ihm bei aller Schlichtheit allerdings nicht absprechen.

Heulob Quellinger: Abgebrühter Gardist, den die Befehle seiner Vorgesetzten meistens nur am Rande interessieren. Er weiß schließlich wie der Hase läuft. Grundsätzlich auf den eigenen Vorteil bedacht, schafft er es immer wieder, die bequemsten und einträglichsten Aufgaben für sich zu ergattern, was ihn bei seinen Kameraden nicht gerade beliebt macht. Wenn es drauf ankommt, ist seine Erfahrung aber goldwert.

Szenariovorschläge

Ein Gardist hat sich die Taschen einmal zu oft vollgemacht. Denn als er das letzte Mal bezahlt wurde, um bei einer krummen Sache wegzuschauen, ist ein versehentlich Kind zu Tode gekommen. Ihn plagen jetzt Selbstvorwürfe, aber er kann die Täter nicht melden, da er dann in die Angelegenheit mithineingezogen werden würde. Er bittet die Helden um Hilfe. Sie sollen selbständig Beweise sammeln und die Schurken zur Rechenschaft ziehen.

Eine hartnäckige Variante des Blutigen Rotz grassiert in Salthel. Da auch die Stadtgardisten betroffen sind, heuert Hauptmann Gerys Hilfskräfte an, um die Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten. Auch die Helden werden verpflichtet. Sie finden den Ursprung der Krankheit in einer vor zwei Wochen beschlagnahmten Ausrüstung eines durchreisenden Alchimisten. Der Alchimist, der womöglich um ein Heilmittel weiß, müsste sich eigentlich noch in der Stadt aufhalten, doch scheinbar wurde er aus seinem Gästezimmer entführt. 

Ein Freund der Helden wurde wegen eines Verbrechens, das er nicht begangen hat, zum Tode verurteilt und bis zur baldigen Vollstreckung des Urteils in den Schuldturm gesperrt. Die Zeit drängt. Bevor die wahren Schuldigen gefunden werden können, muss erstmal der Freund befreit werden.

Ein Gardist hat die Helden aus irgendeinem Grund auf dem Kiecker. Von ihrer Ankunft an, macht er ihnen das Leben schwer, schikaniert sie und schwärzt sie an. In der Folge wollen Händler ihnen nichts mehr verkaufen, Gasthäuser schmeißen sie aus ihrer Unterkunft und Handwerker verweigern Reparaturen. Als der Gardist eines Tages erschlagen in der Gosse gefunden wird, fällt der Verdacht natürlich auf sie.