Grafenstadt Salthel, Rahja 1040 BF
Graf Bunsenhold von Wolkenstein und Wettershag mag den Thron auf verschlungenen Wegen und gegen den Willen der Mehrheit des hiesigen Adels bestiegen haben. Er mag unbeliebt sein, wie kein Herrscher vor ihm. Doch all das kann an einer Tatsache nichts ändern: In der Sichelwachter Geschichte wird gerade ein besonders ruhmreiches Kapitel geschrieben, das die Chronisten später einmal nicht zuletzt ihm zurechnen werden – ob nun verdient oder unverdient. Handel und Wandel im Osten Weidens prosperieren wie nie zuvor, und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung strömen immer mehr Menschen in das Land zwischen Roter Sichel, Schwarzer Sichel und Drachensteinen.
Der Grund dafür ist rasch erklärt: Während Handwerker und Händler alle wichtigen Städte in Bärwalde und Baliho längst unter sich aufgeteilt haben, gibt es in der bislang als rückständig verschrienen Sichelwacht noch viel Platz und Möglichkeiten, sich zu entfalten, sich einen Namen zu machen. Wer den wilden Osten Weidens kennt, der weiß, dass er schon immer ein Land des Handwerks war, in dem Ingerimm in hohen Ehren gehalten wird. So versteht es sich von selbst, dass die Kirche des Roten Gottes die aktuelle Entwicklung nach Kräften unterstützt. Als Auslöser des Ganzen bezeichnet sie das „Lauffeuer aus Hammerschlägen“, das 1035 BF in der Grafencapitale haltmachte und die Flammen in den Herzen vieler Bewohner tatsächlich höher lodern ließ. Damals sei ein „Ruck durch die Stadt und die ganze Grafschaft“ gegangen, sagt Rhëja von der Klamm, Meisterin der Esse in Salthel. Dass der bis heute fortwirkt, dafür sorgen nicht zuletzt die Phexkirche und der Sichelwachter Handelsbund.