Titel: Hofbarde der Gräfin Griseldis zu Pallingen
Familienstand: Unverheiratet
Nachkommen: Keine
Kurzprofil: *1007 BF, 176 Halbfinger, schlank, kupferrotes Haar, gepflegter Bart, hellblaue Augen, selbstgefälliger Blick, tadelloses Auftreten, höfisch-elegante Kleidung; Wortgewandter, eitler Hofbarde der Gräfin Griseldis von Pallingen, Verfechter der aldifreidschen Tradition, virtuoser Lautenspieler mit höfischem Auftreten, hochnäsig und eifersüchtig (mit Konkurrenz kann er nicht gut umgehen).
Verwendung:

Höfischer Barde, Gesandter der Gräfin, Rivalist für Wortgefechte; ein stolzer Künstler, der als Auftraggeber, Informant oder Gegenspieler auftreten kann.


Der aus Mittenberge stammende Rodegar Löwenkelch (geb. 1007 BF) zählt inzwischen zu den angesehensten Barden des Herzogtums Weiden. Der etwa vierzigjährige Spielmann erhielt seine Ausbildung im berühmten Haus Aldifreids des Sängers zu Trallop, wo er nicht nur Gesang und Lautenspiel zur Meisterschaft brachte, sondern später selbst begabte Schüler unterrichtete. Bis heute pflegt er enge Verbindungen zu seiner Lehrstätte, insbesondere zu dessen Leiter Tiro von Nautersthal. Oft besucht er auch Meister Eisewyn auf Olats Feste, der ihn mit der reichen Welt der Weidener Sagen und Legenden vertraut gemacht hat. Seit 1043 BF dient Rodegar der Gräfin Griseldis von Pallingen als Hofbarde auf Burg Rotdorn. Er versteht es vortrefflich, die romantisch veranlagte Gräfin mit abenteuerlichen Geschichten zu unterhalten. Damit zieht er sich ungewollt den Unmut ihres heimlichen Geliebten auf sich, des Barden Wolfhart von Creyenach.

Schon seine Erscheinung zieht die Blicke auf sich: Rodegar trägt sein wallendes kupferrotes Haar im Nacken zusammengebunden, ein sorgfältig gepflegter Kinnbart umrahmt sein markantes Gesicht. Seine hellblauen Augen mustern sein Gegenüber aufmerksam und nicht selten mit einem Anflug von Selbstgefälligkeit. Er legt größten Wert auf ein makelloses Äußeres und erscheint in höfisch-eleganten Gewändern, deren Farben und Stickereien seinen Rang unterstreichen. Vor jedem Auftritt streicht er sich über den Bart oder richtet eine Haarsträhne zurecht – eine Marotte, die seine ausgeprägte Eitelkeit verrät. Mit seiner klaren, kraftvollen Stimme und seinem virtuosen Lautenspiel begeistert er Adel wie Volk gleichermaßen. Seine kunstvoll aufgebauten Lieder verbinden heldenhafte Erzählungen über den Orkensturm und die Recken Bärwaldes mit feinsinnigen Anspielungen auf Politik, Pflicht und Ehre. Dabei versteht er es meisterhaft, seine Zuhörer zu fesseln und zugleich seiner Gräfin mit subtilen Bekenntnissen zu ihrer Herrschaft die Ehre zu erweisen.

Rodegar ist ebenso wortgewandt wie selbstbewusst und liebt den Beifall seines Publikums. Mit Leidenschaft liefert er sich feinsinnige Schlagabtäusche oder musikalische Wettstreite, insbesondere mit Spielleuten wie Wolfhart von Creyenach oder Yolanda von Brachfelde. Obwohl er deren außergewöhnliches Können anerkennt, hält er ihre Kunst für allzu „freigeistig“. Nach seiner festen Überzeugung sollte für jeden Weidener Barden der Erhalt der aldifreidschen Tradition oberstes Gebot sein. Insgeheim wurmt ihn jedoch vor allem Yolandas große Beliebtheit, denn keinem anderen Barden sollte mehr Bewunderung gebühren als ihm selbst. Diese Selbstgewissheit lässt ihn hochnäsig und herablassend auftreten, ein Wesenszug, der ihm nicht nur Bewunderer, sondern auch Kritiker eingebracht hat.