Stadt Reichsend

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Grafschaft: Heldentrutz
Herrschaft: Edler Tiro von Gernbach (Burgvogt), Erlgard Rüsterhaus (Stadtmeisterin)
Wappen: Goldene Festung auf schwarz mit dem kaiserl. Greifen als Herzschild
Einwohner: 550 (davon 50 auf der Festung)
Garnisonen: 1 Dutzend Burgwachen, 5 Büttel, Heldentruzer Bergschützen (im Aufbau)
Tempel: Rondra, Peraine, Travia, Rondra-Schrein auf der Festung, Ingerimm-Schrein
Gasthöfe: Horndrache (P5/Q6/S12), Zweiter Platz (P4/Q5/S10), Irrlicht (P4/Q4), Zum Knecht (P3/Q2)
Wirtschaft: Rüsthaus (gräfl. Plättner, P6/Q7)
Besonderheiten: Stadt mit kaiserlichen Privilegien, werdendes Ehernes Herz der Heldentrutz
Stimmung: Positive Aufbruchsstimmung und Optimismus einer jungen Stadt


Geschichte:

Erstmals Erwähnung findet eine Burg Reichsend im äußersten Nordwesten des Reiches im Jahr 102 v. BF. Nach der Sahljetschlacht 141 v. BF, und der damit verbundenen Niederlage der Schwarzpelze, gelang es den Bosparanern die an die Orken verlorenen Gebiete im Norden des Reiches wieder zurückzuerobern. Als letzte Wacht vor den wilden Landen der Schwarzpelze wurde dazu eine Feste zwischen Nebelmoor und Finsterkamm errichtet und bildete lange Zeit (und heute auch wieder) tatsächlich das Ende des Reiches.

Damals muss es sich bei der Feste nur um eine kleinen, wehrhaften Außenposten gehandelt haben, der erst im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut wurde.
Wohl erst zu den Zeiten der Klugen Kaiser, nach dem Fall Bosparans und dem Aufblühen des Mittelreiches, wurde aus dem kleinen Außenposten eine größere Burganlage, die schließlich zu Zeiten der Priesterkaiser endgültig zu einer mächtigen Festung mit dem heutigen Ausmaßen ausgebaut wurde. Damals, unter dem Kommando der Sonnenlegion, war sie – wie nun heute wieder – Hauptburg der Finstermark.
Später, mit der weiteren Expansion in den Norden – immerhin erstreckte sich das Raul’sche Reich einmal nominell von den Eiszinnen bis zu den Echsensümpfen –, verlor die Feste immer mehr an Bedeutung und vor allem in den Magierkriegen und den kaiserlosen Zeiten wurde sie fast vollkommen vernachlässigt. So verkam die Burg nach und nach und keiner fühlte sich für die strategisch wichtige Feste und deren Unterhalt verantwortlich (das Herzogtum weigerte sich lange Zeit Gold für den Unterhalt aufzubringen, da es sich um eine Reichsfeste handelt).

So war die Burg zu Zeiten des zweiten Orkensturms auch nur noch ein Schatten ihrer selbst und fand kaum einmal in den Büchern der Chronisten Erwähnung. Nur als Sammelpunkt der Ritter und Landwehr unter Herzog Waldemar diente sie und wurde nach der Niederlage der Orkzwinger-Legion von den heranrückenden Schwarzpelzen schließlich in Windeseile überrannt. Damals waren die Mauern nur spärlich bemannt – die Orken hatten der fliehenden Legion schlau den Weg zur Feste versperrt – und inzwischen brüchig und marode geworden. So fiel die Burg erstmals an die Orken.
Doch nach dem Sieg auf den Silkwiesen und der Zurückschlagung der Schwarzpelze rückten die Feste und das bei der Burg liegende, kleine Dorf wieder in den Mittelpunkt der Geschichte. Die Heldentrutz wurde aus der Grafschaft Bärwalde herausgelöst und Reichsend Sitz der neu bestallten Markgrafen.

Walpurga von Löwenhaupt gelang am 19. Rahja 1014 BF die Rückeroberung der Burg und sie bemannte die Mauern wieder und ließ sie notdürftig instand setzen.
Doch hatte man aus den Ereignissen der Vergangenheit seine lehren gezogen? Mitnichten!
Zwar wurden die schlimmsten Löcher in den Mauern der Burg gestopft, doch noch immer gab es Rangeleien, wer für die Finanzierung der Feste zuständig sei. Ob Reich oder Herzogtum, blieb ein schwärender Streitpunkt, vor allem nachdem die Markgrafschaft wieder als ordentliche Grafschaft an Weiden fiel. Somit blieben auch die Jahre des Waffenstillstandes mit den Orken fast vollkommen ungenutzt. Erst kurz vor Ende dieser Zeit wurde der Mauergraf Pagol von Löwenhaupt von der Herzogin beauftragt die Mauern Reichsends zu sichern und mit Grünröcken zu bemannen. Doch auch der berühmte Recke konnte den neuerlichen Fall Reichsends nicht verhindern. Nach zähem Ringen fiel die Burg zum zweiten Mal, wurde von einem der Kriegshäuptlinge besetzt und die Horden der Schwarzpelze konnten ungehindert weit in Grafschaft und Herzogtum hinein strömen.

Im Rahja 1026 BF, nachdem alle größeren Schlachten gegen die Orken schließlich gewonnen waren, brach der Vogt zu Gräflich Reichsend, Halgan von Hirschenborn, jedoch mit einer Gruppe wagemutiger Recken auf, um die Burg zu befreien und wieder wehrtüchtig zu machen. Dabei hatte er stets ein Bild der Feste im Gepäck, welches zur Blütezeit der Festung entstanden war. Denn sein Traum war es, Reichsend wieder zu einem Bollwerk gegen das Orkgezücht zu machen und die Aufgaben des Herzogtums hier im hohen Nordwesten des Reiches zu erfüllen, nämlich Schild des Reiches zu sein.
Nachdem die Herzogin vom Reich keinerlei Unterstützung mehr erwartete, annektierte sie Reichsend nach dem Sieg über die Schwarzpelze und so weht heute der aufgerichtete weiße Bär vor grünem Schild über der nunmehr herzögliche Feste.

Seit Rahja 1026 BF versuchten Graf Emmeran von Löwenhaupt, Wachtgraf Halgan von Hirschenborn sowie der Edle zu Reichsend und Burgsass der Feste, Tiro von Gernbach, fast ununterbrochen, die Burg erneut wehrfähig zu machen. Der Palas war noch immer Ruine, wovon die rußgeschwärzten Mauern überdeutlich zeugten.
Der Graf residierte in einem der beiden Bergfriede, der notdürftig hergerichtet waren. In einem weiteren, noch relativ gut erhaltenen, Torturm lebten Wachtgraf und Burgsass. Die Außenmauern der inneren Burg sind notdürftig wiedererrichtet worden, doch nutzte man dazu vor allem die Steine der Vorburg, deren Löcher zumeist nur provisorisch mit Holzpalisaden geschlossen wurden.
Als erstes wurde einer der Flügel der Hauptgebäude wieder instand gesetzt, in den zukünftig nicht nur die Edlen einziehen sollen, sondern auch die Ritter der Wacht, welche die Garde des Grafen der Heldentrutz bilden und bis zur Fertigstelltung in einem der alten Ställe nächtigen, der notdürftig zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Ständig hört man den Lärm der Handwerker, die unermüdlich an den Schäden der Burg arbeiten.

Reichsend Heute

Die große Baustelle zieht in dieser Zeit aber auch zunehmend Arbeitskräfte von außen an. Insbesondere das Jahr des Feuers und die dadurch ausgelösten Flüchtlingszüge in vermeindlich friedlichere Gebiete haben auch Menschen ans Ende des Reiches geführt, wo sie Lohn und Brot fanden. Zunächst kamen diese Menschen in Zelten und notdürftigen Behausungen außerhalb der alten Burganlage unter, aus denen sich aber bald schon einfache Hütten entwickelten. Die neue Situation erzeugte einige Probleme. Reichsend war immer ein typisches Frohndorf gewesen, dessen Bewohner die Felder bestellten mit deren Erträgen die Burgbewohner versorgt wurden und ansonsten Frohndienste für den Burgherren leisteten. Doch Handwerker bestellen keine Felder und müssen dennoch versorgt werden. Schnell reichten die Ernten des Lehen Reichsend nicht mehr aus. So befahl Graf Emmeran schon bald einen regelmässigen Markt in Reichsend. Neben Lebensmitteln fanden so auch andere heimische Waren ihren Weg nach Reichsend, insbesondere auch Wolle und Lederwaren. Umgekehrt boten auch manche Handwerker eigene Erzeugnisse an (Werkzeuge, Schnitzwerk, Steingut).
Die in den folgenden Jahren wachsende Garnison (Die Ritter der Wacht mitsamt Knappen und Waffenknechten als gräfliche Garde) ließ auch die Kunst des Waffenschmiedens in Reichsend Fuß fassen. Zunächst gab es nur einen Schmied im gräflichen Dienst, aber inzwischen hat dessen Tochter – welche auch zur Marktvögtin bestimmt wurde – ein von der Burg unabhängiges Geschäft eröffnet und bietet ihre Waren auf dem Markt feil.