Die Töchter Satuarias

Während Gildenmagier in den Weidener Landen nie zu einem echten Machtfaktor geworden sind, Sumus Diener sich von jeher eher im Tobrischen umtun und der alte Glanz des Elfenvolkes längst verloschen ist, genießen die Töchter Satuarias nicht nur hohes Ansehen, sondern haben sich auch nie gescheut, ihren Einfluss auf die Geschicke des Landes geltend zu machen. Mal verdeckt, mal offen haben sie ihre langen Finger seit Jahrhunderten im Spiel. Zwar sind die Weidener Hexen heute nicht mehr so einflussreich wie sie es einst waren, aber sie genießen hierzulande noch immer deutlich mehr Freiheiten als es in anderen mittlereichischen Provinzen der Fall ist.

Der respektvolle Umgang der Weidener mit den Töchtern Satuarias entspringt zum Teil der Furcht vor den rachsüchtigen Zauberweibern, die mit ihren Flüchen Ernten verderben können und mit ihrer zügellosen Lasterhaftigkeit schon viele keusche Männer ins Verderben gerissen haben. Zum Teil entspringt er aber auch der Dankbarkeit für die Hilfe der "Weisen Frauen", deren Heilkünste schon viele vor dem sicheren Tod bewahrten und deren Gesichte dem Herzogtum oft zum Vorteil gereichten. Beide Regungen haben ihre Berechtigung, denn neben Hexen, die ihre Gaben in den Dienst der Menschen stellten und Zeit ihres Lebens Gutes bewirkten, gab es immer auch solche, die ihre Macht allein dazu nutzen, ihre Eigensucht zu befriedigen und zu dem Behufe bisweilen ganze Landstriche unterjochten oder verwüsteten.

Mehr Segen als Fluch

Trotz ihrer Unberechenbarkeit werden Hexen im heutigen Weiden mehr geschätzt denn gefürchtet und das Herzogenhaus geht mit gutem Beispiel voran. Die Hochachtung der Adeligen und anderer bedeutsamer Würdenträger macht die Schwesternschaften zu einem beachtlichen Faktor im Machtgefüge des Herzogtums. Von jeher vertraut man in den Bärenlanden auf ihre Weissagungen und hält von Ratschlägen anderer Seher meist misstrauisch Abstand. Darüber hinaus sind die Töchter Satuarias auch heute noch Mittlerinnen zwischen Land und Leuten. Sie wachen darüber, dass alte Bündnisse mit den mystischen und magischen Kreaturen aus Wäldern, Auen und Seen eingehalten werden und strafen Sünden gegen das Weidener Land — den Leib der Erdmutter — ohne Zögern und Zaudern, vor allem aber ohne jede Gnade.