Erste Schritte gen Sichel

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Trallop, 12. Tsa 1042 BF    

An Ihre Hochgeboren Affra von Fluck, Vögtin von Ingerimms Steg


Die Zwölfe zum Gruße und meine Verehrung voraus,

ich wende mich an Euch, da mir vor kurzem zugetragen wurde, dass Ihr beabsichtigt, das verlassene Gut und Dorf Kressing am efferdwärtigen Rande der gräulichen Wüstenei neu zu belehen und dadurch versuchen wollt, das dort brachliegende Gebiet, Peraine und Tsa zum Gefallen, wiederzubeleben. Ich sehe mich ob Eures Weitblicks und Eurer Tatkraft zutiefst beeindruckt und glaube sagen zu können, dass dieses wohlfeile Unterfangen auch im Umfeld der Herzogenfamilie durchaus Zuspruch finden wird.
Da ich jedoch befürchte, dass es gewiss nicht einfach werden wird, die richtige Persönlichkeit für dieses Vorhaben zu finden, erlaube ich mir an dieser Stelle Euch einen diesbezüglichen Vorschlag zu unterbreiten.

In Kürze wird im Stab des weidener Soldgrafen ein altgedienter Kämpe und Veteran zahlreicher Schlachten im und für das Herzogtum in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Hauptmann Coran ui Branghain wird seiner Hochgeboren von Ruckenau ohne Zweifel als verlässliche Stütze seiner Amtsführung fehlen, doch kann der Verlust für die herzögliche Wehr durchaus ein Gewinn für Euch und die von Euch verwaltete Baronie sein.

Hauptmann ui Branghain stritt bereits im dritten Orkensturm als Befehliger eines Banners der ruhmvollen Drachenpforter Pikeniere an den Grenzen der weidener Lande und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass er dabei auch an der Seite meines Vaters bei der Verteidigung Ulmenaus und der Burg Weißenstein focht - dem Stammsitz meiner Familie, wie ihr sicherlich wisst.
In den dunklen Jahren, die da kommen sollten, diente er dem Reich weiterhin ehrenvoll auf den Schlachtfeldern Tobriens und führte kaiserliche Soldaten sowohl auf den vallusanischen Weiden als auch an der Trollpforte tapfer gegen die ungeahnten Schrecknisse der zwölfmal verfluchten Schwarzen Horden.
Später stand er dann im Stab des kaiserlichen Marschalls für Weiden unter direktem Befehl seiner Exzellenz Geldor von Eberstamm-Mersingen und wechselte schließlich nach der Reformierung des Reichsheeres in den Dienst des Weidener Soldgrafen, wo seine langjährige Erfahrung sowohl im Felde als auch in der Heeresverwaltung dem gedeihlichen Wohl der herzöglichen Garden zu Gute kam.
Um Euch einen Eindruck zu geben, wie wertvoll sich seine Mitarbeit ausnahm, sei Euch gesagt, dass seine Hochgeboren von Ruckenau beabsichtigt, seinem treuen Gefolgsmann in Kürze die Ehre des Ritterschlags zukommen zu lassen.

Wie Ihr nun wohl erahnen könnt, ist es mir darüber hinaus ein großes Anliegen, Hauptmann ui Branghain für seine unbestreitbaren Verdienste um unsere geliebte Heimat in angemessener Weise zu entlohnen - auch oder besser, gerade weil er nicht von Geburt an adligen Geblütes ist.
Ihr stimmt mir sicher zu, wenn ich sage, dass ein Mann mit solchen Fähigkeiten und von solch gutem Leumund, ungeachtet seiner Herkunft, genau der ist, den Ihr für den Wiederaufbau von Ingerimms Steg und für eine Hinführung zu alter Blüte ohne Zweifel brauchen könnt.
Ich muss nicht betonen, dass ich es als einen persönlichen Gefallen verstünde, solltet Ihr meinen Rat wohlwollend in Betracht ziehen.

Ich verbleibe in Erwartung eurer baldigen Antwort.

Hochachtungsvoll

Eberwulf von Weißenstein
Herzoglicher Kanzler Weidens