Grafensitz Olat

Grafschaft: Bärwalde
Baronie: Mittenberge (Wei-I-02)
Gutsherr: Gräfin Walderia von Löwenhaupt
vertreten durch die Schultheißin Madagund Twergenhauser
Wappen: am Ortseingang prangt das Grafschaftswappen: auf Gold ein aufgerichteter schwarzer Luchs
Einwohner: 400
Orte: Olat
Tempel: Traviatempel, Boron- und Efferdschrein, Schreine von Rondra und Firun auf Olats Feste
Garnison: Drei Dorfbüttel, die gräflichen Garden auf Olats Feste und im Ort Olat: ein Banner Bogner von Olats Schar, bis zu zwei Dutzend Ritter des Hains mit Gefolge, eine Rotte Burgwachen der Goldluchse
Landschaft: Nebelmoor, Pandlarin und Marschland
Wege: Seeweg nach Trallop, Olats Wall (Olat-Ognin-Beonfirn)
Besonderheiten: Bognerfest (1. Rondra)

 

Beschreibung:
Geprägt durch seine Lage an See und Moor ist Olat ein von Palisaden und Grassodenwällen gesäumtes Fischerdorf mit 400 Einwohnern, dessen meist eingeschossige Fachwerkhäuser reetgedeckt und vom Qualm der Torffeuer altersgrau gefärbt sind.
Einige karge Äcker umgeben das Dorf, schmiegen sich aber stets in den Schatten des mächtigen, vier Schritt hohen Dammes, der am Rande des Nebelmoors entlang gen Westen führt und sich in der Ferne im Dunst verliert. Auf diesem Damm, Olats Wall, verläuft ein Weg am Finsterbach entlang über Ognin nach Beonfirn. Er wurde ebenso wie die Grafenfeste im See einst von Olat dem Bogner (siehe die Legende in Schild 63) als Wehr gegen die Schrecken des Nebelmoors errichtet; die alten Befestigungen sind jedoch längst verfallen. Heute halten hier die gräflichen Ritter von Olats Wacht – die die Heldentrutzer Finsterwacht in Bärwalde fortsetzt – auf ihren Türmen Ausschau nach Orks, Räubern und Kreaturen aus dem Sumpf.
In Richtung Trallop führt der Seeweg als gräfliche Straße entlang des unheimlichen Pandlarin (wie der Neunaugensee hier genannt wird).
 
Die Menschen Olats sind einfache Leute, meist Fischer oder Torfstecher, die in ihren kargen Schreinen zu Efferd um guten Fang und zu Travia um sichere Heimkehr aus dem Moor beten. Auf dem kleinen Marktplatz findet einmal in der Woche ein gräflicher Markt statt, während dem vor allem fahrende Händler sowie die Bauern, Fischer und Handwerker der Umgebung ihre Waren feilbieten. Häufig trifft man auf den Wegen einige der hier stationierten Ritter des Hains oder Bogenschützen von Olats Schar an, die zum Teil auf Olats Feste, zum Teil im größten Gebäude des Dorfes, einem doppelstöckigen Steinhaus mit großem Torbogen, untergebracht sind.
Unterkunft findet der Reisende im Traviatempel mit einfacher Herberge (Traviens Herd, Q5/P6/S12). In der Schänke Zum Sumpfbiber (Q4/P3) sind abends neben Einheimischen und Flößern auch Händler, Abenteurer und Söldlinge anzutreffen, die den Weg ins düstere Nebelmoor wagen. Die Nebelbrücke führt Reisende und Handelszüge über den Finsterbach hinein in den Sumpf.

Die Fischerei in den Schären des unheimlichen Neunaugensees und die Torfstecherei sind die wichtigsten Erwerbszweige. Auch der Handel befindet sich in verhaltenem Aufschwung, da Waren aus der Heldentrutz über den Finsterbach von Beonfirn kommend über Olat weiter nach Trallop transportiert werden. Vor einigen Jahren wurde sogar ein Sägewerk errichtet, um das Holz der anlandenden Flöße zu verarbeiten. Allerdings landen nach wie vor nur relativ wenige Boote und Flöße im kleinen Hafen an, denn sowohl der Pandlarin als auch der hier mündende Fialgralwa (der Finsterbach) gelten als gefährlich, wenn nicht sogar götterverflucht. Schauergeschichten, die die Neunaugensee-Fischer und Finsterbach-Flößer mit ihren Erzählungen ausschmücken und die zu mancher Legende in und um Olat geführt haben, deren Wahrheitsgehalt nur die Wagemutigsten überprüfen würden.
 
Den Bauern der Gegend fällt es schwer, dem moorigen und feuchten Boden der Baronie Mittenberge die Feldfrüchte abzuringen. Weißer Eberwurz, roter Bärenklau, blaues Wirselkraut und weiße Nebelmieren sind eher zu finden als Roggen oder Hafer. Trotzdem sieht man südwestlich des Ortes Felder und Weiden, auf denen die Bauern ihrem Tagewerk nachgehen und versuchen, Peraines Früchte dem kargen Boden abzutrotzen. Geerntet werden im Heumond ein wenig Roggen, Hafer und Dinkel, vor allem aber Rüben und Kohl. Und immer wieder kommen zwielichtige Gestalten hierher, die versuchen, das in Magierkreisen so begehrte Kairanrohr zu schneiden, wiewohl dies bei Todesstrafe untersagt ist.
 
Festlich mit Blumenkränzen geschmückt wird Olat nicht nur zum Tsatag der Gräfin, sondern auch am 1. Rondra, wenn zu Ehren des ersten Grafen Bärwaldes das Bognerfest abgehalten wird. Ganz im Zeichen der Donnernden und des Weißen Jägers finden sich von nah und fern Bogenschützen ein, gleichwohl von adligem Geblüt wie auch gemeinen Standes, um den Besten unter ihnen zu küren. Dem Sieger gebührt die traditionelle Ehre, einen brennenden Pfeil gen Nebelmoor zu schießen, als Zeichen der Wehrhaftigkeit der Bärwaldener gegen die Schrecken des Moores. Auch findet alle vier Jahre zeitgleich ein Wettreiten um den Neunaugensee statt, mit dem an die Heldentat Olats erinnert wird.